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Susa Nientiedt
Künstlerin - Buddhistin

Sommerdelle 98
44866 Bochum

Internet: http://websusa.de

Lebenslauf

 

Was mir wichtig ist:

Ich bin seit sieben Jahren Buddhistin und kann seitdem in mir ruhen; bin "nach Hause gekommen".
Die Werte des Dharma (der buddh. Lehre) sind mir wichtig, weil sie nicht buddhistisch, allgemein religiös oder eingeschränkt sind: letztendlich geht es um das Entwicklen von Mitgefühl, Achtsamkeit und Weisheit.
Eine freudvolle, angstfreie Natur ist in jedem von uns, nur leider können wir sie nicht immer erkennen.
Ich liebe es, den Intellekt durch kreative Arbeit fließen zu lassen; sei es durch die Geschichten, Malerei oder Gestaltung.
Toleranz, Schönheit und Licht sind mir wichtig, auch Idealismus und manchmal Provokationen, um die Menschen aufzurütteln und, solange mir die Erleuchtung noch nicht zuteil geworden ist, auch "kleine" Dinge; wie die Gespräche mit meinem Mann Dirk abends auf dem Sofa und das Lachen meiner Kinder.


Boudha

Innerhalb des Kathmandutals, innerhalb dieser Stadt in den Anfängen des Himalaya gibt es eine kleine, fast dörfliche buddhistische Gemeinschaft, die sich mit fast 40 Klöstern rund um den Bodhnath-Stupa gebildet hat.

Zwei Jahre, nachdem ich das letzte Mal dort war sitze ich hier an einem heißen Julitag vor meinem Computer, und die schwül-feuchte Hitze erinnert mich an Boudha.

Wenn ich die Augen schließe, spüre ich diesen Ort als Geruch.
Am Abend, kurz nachdem dort im Mai die Sonne rasend schnell nach nur 20 Minuten untergegangen ist und auf den Dachterrassen die Sonnenschirme zusammengeklappt werden, kehrt dort Ruhe ein. Was bleibt, ist der Geruch.
Es riecht nach dem Staub der Pfade auf denen den ganzen Tag die Pilger und Mönche entlanggelaufen sind um die Gebetsmühlen zu drehen, nach süßem Tee und scharfen Gewürzen, nach Abwasser, das achtlos vor den Häusern ausgeschüttet wird, nach den Garküchen für die Armen mit ihren Hirsegerichten, nach den bemüht westlichen Pizzas, mit asiatischem Käse und süßer Hefe, nach all den leeren Flaschen Cola mit ihren letzten Tropfen Inhalt, die die Mönche in der heißen Mittagszeit kichernd und schubsend am Verkaufsstand tranken, es riecht nach alten verlausten Hunden, die sich überall auf den Wegen wie selbstverständlich und durch nichts zu stören zum schlafen niederlegen und dann der süßliche Geruch der Metzgerstände, mit ihrem Schlachtgut, das ab den frühen Morgenstunden in der Sonne schwitzt, mit all den Fliegenschwärmen.

Es riecht auch nach Weihrauch, viel Weihrauch und noch mehr Räucherstäbchen, welken Blumen und nach der schweren Hitze tausender Butterlämpchen; und all diese verschiedenen Gerüche bilden ein großes, einheitliches Etwas, in den Abendstunden voller Zwielicht am Stupa, wenn das Stimmengewirr leiser wird und die Stimmung entspannter, man hört dann noch vereinzeltes Lachen herüberkommen aus der Novizenschule schräg gegenüber, das kontinuierliche Pling Pling der mannsgroßen Gebetsmühle im Kloster nebenan, die behutsam angeschlagenen Glocken im Stupa-Eingang, die allmählich erwachenden Hunde, der entfernte Gesang einer Puja, der für westliche Ohren ewig gleiche Gesang der Hindu-Schlager aus den Taxi-Radios und das Herumalbern der gelangweilten Kellner im Gasthaus vorn.

Es ist eigentümlich, daß ein Geruch gleichzeitig so fremd und doch so vertraut sein kann - und: einen, einmal erlebt, nie wieder losläßt.

Weitere Texte:

 

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