Lyrik

Morgentau
aus dem sternengrund
komme ich
lasse mich nieder
in der nacht
auf den wiesengrund
still liege ich
kristallen gleich
und fange ein
das morgenlicht
ich bin
in diesem sosein
spiegel
für das licht
für die farben
auch für den schatten
ich bin
nahrung
für das auge
für die seele
für den durstigen
bis das licht
mich ganz durchdringt
mich löst auf
um wieder einzugehen
in den sternengrund
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 2004

Ich fragte
Ich fragte Jesus
Wo finde ich dich?
Öffne dein Herz,
lasse die göttliche Liebe
in dich und durch dich strömen.
Denn wisse: die Schöpfung ist Eins.
Liebe dich und deinen Nächsten -
mit der Liebe des allmächtigen Herrn.
In dieser Liebe wirst du mich finden -
denn diese Liebe bin ich
und es ist nur diese die einende Liebe.
Die Liebe, die Erwartungen hat
und Bedingungen stellt
ist ein Trugbild eurer irdischen Begierden -
sie schließt mich aus
sie wird zu dem, was Ihr Hölle nennt.
Überall dort, wo Trennung gepredigt wird,
da sucht man mich vergeblich.
Nur dort, wo die Menschen zum Einenden streben,
da bin ich und da wirke ich.
Ich fragte den heiligen Geist
Wir wirkst du in mir?
Spürst du den Sturm?
Darin komme ich.
Spürst du das Feuer?
Darin schmelze ich dich.
Spürst du die Flut?
Darin schwemme ich hinweg
den alten Menschen in dir.
Spürst du dein Blut?
Darin findest du mich.
Ich bin der Scheidende:
der mit dem Schwert des Lichts.
Ich trenne das Alte in Dir ab,
lasse es sterben
damit das ewige Leben
im neuen Menschen -
welcher geschaffen wurde
nach dem Ebenbilde Gottes -
in Dir wieder sprießen könne.
Ich bin der Öffnende,
der deine Seele erweckt
und wahrhaft lebendig macht
damit die Leuchtkraft der Liebe
auch in dir geboren werde
so wie sie in eurer Welt lebendig geworden
durch den Gesalbten des Herrn.
Nur so kannst du streben hin zum Einen
in der Begegnung mit dir selbst
und mit deinem Nächsten.
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 2003

LEBENSFLUSS
Gebe dich hin
Und laß alles los
Gebe alles frei
Bis Du fällst
Eintauchst in den Fluß
Der Leben heißt
Lichtes Wasser
Tanzend und singend
Nimmt es dich auf
In seinen Strom
Hüllt dich ein
Trägt dich sicher
Durch dunkle Tiefen
Läßt das Licht am Ende
Dich erblicken
Lebendiges Wasser
Umtost bedrohliche Felsen
Über Abgründe hinweg
Durch tiefe Schluchten
Sucht es sich seinen Weg
Fließt unermüdlich weiter
Du in und mit ihm
Dem Einem Ziel entgegen
Dem meer Des lebendigen wassers
Liebendes Wasser
Umspielt und liebkost deine Haut
Küßt deine erstrahlenden Augen
Läßt dein Herz in Liebe erblühen
Stillt deinen großen Durst
Nach Licht
Nach Leben
Nach Liebe
Nach ewigem Sein
Du kommst an
Im Meer ohne Zeit
Erwachend stellst Du fest
Du selbst bist
Lichtes Wasser
Lebendiges Wasser
Liebendes Wasser
Aber ebenso bist Du
Fels in der Brandung
Steiniges Ufer,
Sandiges Ufer
Der Fluß des Lebens
In seiner Gesamtheit
Bist DU selbst
Quellgrund und meer
Anfang und ende
In dir
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 1992

Begegnung von himmel und erde
wenn der Himmel die Erde berührt - in dir,
dann öffnet sich ein Tor
und du spürst dann plötzlich etwas,
was dich von tief innen her bewegt,
auf den "Anderen" zugehen läßt und
dich in der Begegnung
mit dem DU spüren läßt,
daß du wahrhaft lebendig bist:
einzigartig bist.
Es ist diese Kraft,
die Erde und Himmel eint,
die allem Innewohnt:
Jedem Menschen, der über die Erde schreitet
Jeder Blume, die unten auf der Wiese erblüht
jedem Vogel der hoch oben am Himmel schwebt.
Es ist dieser Geist
- den wir Geist Gottes nennen -
der dich bewegt, der mich bewegt,
der uns zusammenführt
der uns gemeinsam schwingen und tanzen läßt,
der uns eint in der Sinfonie der Lebendigkeit,
dem Tanz des Lichtes.
Alles schwingt, alles tanzt, alles singt
In der Begegnung der Einzigartigkeit
Von dir und von mir
wenn Himmel und Erde
sich berühren
in uns
ist alles Eines.
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 2003

Wandlung
Du bist mein Weg
Du bist meine Wahrheit
Du bist mein Leben
So öffne ich mich dir
Dein Geist senkt sich herab
Sein Feuer ist mein Tod
Die Wandlung vollzieht sich
In der Asche meines Ich
Keimt der Same deines Geistes
Nicht ich lebe mehr
Sondern Du lebst durch mich
Wahrer Mensch
Werde ich zum Weg
Spricht in mir die Wahrheit
Geschenkt wird mir ewiges Leben
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 2003

Ohne Warum
Ich zog aus,
meinen Lebens-Sinn zu finden,
ich fühlte mich so leer.
Ich wollte wissen: Warum -
wozu dieses Leben ohne wahren Sinn.
Meine Reise ging ins Leben,
so fand ich ihn, den Sinn
und wurde erfüllt
wußte nun warum -
wozu dieses Leben, es hatte Sinn.
Diesen Weg ging ich weiter -
verwundert vergaß ich ihn wieder
diesen "meinen" Lebens-Sinn
Und wußte nur noch:
Ich lebte ohne Warum -
einfach nur so.
Ich ging noch weiter
Und vergaß, daß ich lebte.
Denn der Einzige Sinn
lebte durch mich.
Ohne Warum, einfach nur so.
Der Sinn an sich
Wurde lebendig in mir
Er lebt sich selbst
Durch mich
Ohne Warum
Einfach nur so.
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 2003

Wenn der Himmel
die Erde berührt
Wenn der Himmel die Erde berührt,
sie umarmt, liebkost und durchdringt
Entsteht das neue Leben
Der wahre Mensch
wird aus der Erde geformt
Durch das lebendige Wort,
dem Atem Gottes
Berufen um mitzuwirken
am Bau des neuen Tempels
im ewigen Königreich.
blühendes Leben
leuchtendes leben
quellgrund allen seins
Weite, licht, Freiheit
In stiller Freude
Singen, Tanzen,
einfach sein
in Anbetung
Du fragst:
wie komme ich dahin?
Sei bereit abzugeben
dein altes Gewand
Deine Erde
befruchten zu lassen
Vom himmlischen Geist
Um aus Gnade aufzuerstehen
Und einzugehen
in das ewige Leben.
Richte Dich auf,
sei bereit:
Du wirst schon erwartet
Zum ewigen Tanz
Zur ewigen Freude
Zur Anbetung
Im Reigen der Erwachten
Vor dem Einen.
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 2002

Du sollst dir kein Bildnis noch ein Gleichnis
Von gott machen!
Es sind diese von uns Menschen erdachten Gottesbilder
Um die wir uns streiten - bis hin zum Kriege.
wir menschen massen uns an, mit unserem irdischen
und begrenzten Werkzeug - dem Verstande -
Gott und das Wirken seines Geistes
in uns und der Welt zu beschreiben, zu definieren,
ja zum Gesetz zu erheben.
Ist denn Gott ein Ebenbild des Menschen?
Ist Er transzendent oder immanent -
hat vielleicht sogar einen Stellvertreter auf Erden?
Ist er Sohn oder heiliger Geist?
ist Er Vater oder Herrscher,
ist Er Liebe oder Strafe?
Alles Menschenworte, alles Bilder.
Macht euch kein Bildnis Gottes!
Nur Gott selbst kann uns zum beten anleiten -
ohne ein Bildnis von ihm zu haben,
ohne ihn zu sehen, IHM blind zu vertrauen.
Ja, uns seinem Willen
ganz und gar bedingungslos hinzugeben.
Solange wir Gott in unseren Bildern anbeten,
beten wir nur uns selbst an
und verschließen uns dem lebendigen Geist,
den wir nur durch sein Wirken zu erkennen vermögen.
Wir können diesem geist unser leben überlassen!
Ihm hinzugeben unsere gottesbilder,
auf daß Er sie zertrümmere und zerschmelze.
Nur dann, wenn wir ohne Bild und
mit leeren Händen vor Gott stehen,
können wir ganz von seinem Geist erfüllt werden.
Macht euch kein Bildnis Gottes!
Lasst uns dem allesdurchdringenden geist gottes hingeben:
auf daß er uns ganz erfülle und den Verstand verdunkele,
so daß dieser keine Bilder mehr wirken könne,
seien sie auch noch so liebevoll gedacht.
Dann hat in uns nichts mehr Bestand -
außer dem einen Wort,
geboren aus dem Licht,
lebendig geworden durch den Geist
Macht euch kein Bildnis Gottes!
Es ist das eherne Gesetz Gottes:
Alles loszulassen, die bilder versinkend
im Meer des Vergessens
Denn wer seine Gottesbilder nicht läßt,
der versinkt mit ihnen.
In der Leblosigkeit und der Dunkelheit,
im Kriege der Menschen
um das beste Bildnis Gottes.
Macht euch kein Bildnis noch irgendein Gleichnis Gottes!
Denn nur wenn ihr dieses laßt, so werdet Ihr zu Gottes Bildnis
-
Zu Seinem Gleichnis
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 2002

DREIKLANG
Körper
Seele
Geist
Tun
Bereitsein
Empfangen
Gefühle
Hingabe
Lebendigkeit
Außen
Innen
Alles
Mein
Unser
Sein
Getrennt
Verbunden
Eins
Wirken
Wirkmacht
Urgrund
Sohn
Heiliger Geist
Gott
©Maria Rafaela Schulze-Vorberg 2002
