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Sein wie ein Baum
Sein wie ein Baum der im Herbst
von sich weggeht
der sein Gold
an die Erde verschwendet
um im Frühling
neues Grün
aus ihr einzuatmen
Die Ritze
im felsigen Stein suchen
Steine sprengen
sich festklammern
und seine Wurzeln
in die Tiefe ausstrecken
wo sie letztlich
Halt Nahrung Leben finden
Eintreten
in den Kreislauf
von einatmen
und verschwenden
Sei mein Baum
In einem Wald von Lärm und Hektik
bist du mein Baum der Ruhe
In einem Wald der Oberflächlichkeiten
bist du mein Baum der Tiefe
In einem Wald der Enge und Grenzen
bist du mein Baum der Freiheit
In einem Wald von Bäumen
bist du mein Baum
Verwurzelt nur in der Sehnsucht
Sei wie ein Baum
standfest und stark
laß dich nicht umwerfen
von den Windstößen des Lebens
Gib Heimat denen
die sich anlehnen an deine Schultern
Zugleich aber sei die Möve
heimatlos
verwurzelt nur in der Sehnsucht
ohne Sicherheit und festen Boden
laß dich im Spiel mit dem Wind
emportragen zur Sonne
Eines Tages
Eines Tages
wenn dir der Herbststurm
das letzte Blatt entreißt
dann hast du
alles verloren
Die einzige Gabe
die dir bleibt
ist deine Offenheit
Sei unverzagt
In deine ausgebreiteten Arme
wird die Sonne
das zarte Grün
eines neuen Frühlings legen
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