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Was mir wichtig ist:
Beim Kalligrafieren ist es mir wichtig, mir zu vergegenwärtigen,
dass der ganze
Körper beteiligt ist - und noch mehr.
Zeit und Ort müssen
passen.
So zwischendurch mal zur Feder zu greifen erzeugt sehr selten
befriedigende
Ergebnisse.
Auch muss der Ort passen - Schreibtisch mit geneigter Oberfläche,
anregende
Sitzhaltung, Kalligrafiestifte und Papiere, die uns Freude
bereiten.
Ich erzähle damit nichts Neues, trotzdem ist es wichtig,
es immer wieder zu
erwähnen.
Und wir dürfen uns freuen: die Kalligrafie stellt -
ernsthaft betrieben - uns diese Gegebenheiten auch bereit.
So ergeht es mir manchmal, wenn ich gehetzt, halb im stehen
noch, schreiben
will, dass mir die Kalligrafie scheinbar zuruft: setzt Dich
erst mal, komm
zur Ruhe, baue eine anregende Spannung auf, nimm den Stift
in die Hand,
fülle ihn bedächtig, lass die Augen über
das ausgebreitete Papier gleiten -
und beginne nun mit der ersten Form. Konzentriere Dich darauf,
so wie Du
dich auf alle weiteren Formen konzentrierst. Jeder Form
gebührt die gleiche
Wertschätzung.
Ja, und so vergesse ich dann alles um mich herum und gebe
mich der
Kalligrafie hin, lerne mich zu konzentrieren, mache die
Sache, die ich
anfange, ganz - und bin dann bereit für Neues.
Ich denke dabei an den letzten Stadtmarathon, der durch
die Innenstadt von
Regensburg führte: die Spitzengruppe lief scheinbar
mühelos mit einem 18er Schnitt an uns vorbei, schaute
nicht links und rechts, war ganz beim laufen und hatte Freude
daran - während das Mittelfeld nach links und rechts
schaute, den
Zuschauern zurief und auf Zurufe reagierte und mit ihren
Körpern und der Strecke kämpfte.
Egal was wir tun, sollen wir uns allem ganz hingeben. Der
Sänger Romeo Alavi
Kia schreibt "dass körperliche Entspanntheit als
eine Art Grundvoraussetzung
für die sukzessive Entwicklung der Stimmkapazität
angesehen (wird)" und
drückt weitergehend aus, dass das Singen weniger im
Kopf als im ganzen
Körper stattfindet.
So ist es auch mit der Kalligrafie: je mehr ich den gesamten
Körper
miteinbeziehe, desto mehr gelingen die Formen, aus denen
die Buchstaben
bestehen.
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