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Was
mir wichtig ist:
Alle Empfindungen, Gefühle und Gedanken
des Menschen sind für mich wie
ein Aufleuchten des menschliche Geistes in der
Unendlichkeit des Seins.
Nur dadurch, dass wir in uns hineinlauschen
und versuchen, diese in Literatur zu verwandeln
und sie dadurch in verdichteter Form festzuhalten,
besteht die Möglichkeit sie dem Strom der
Vergänglichkeit zu entreißen.
Das Schreiben bringt ein gewisses Maß
an Klarheit in viele, ansonsten in uns nur irrlichternde
Ahnungen.
Zusammen mit der Musik, ist Literatur eine
der wenigen Möglichkeiten die immaterielle
Welt für uns Menschen erfahrbar zu machen.
Alte Frau
Der Gang so zögerlich als hättest
du Angst
in den Boden unter dir einzubrechen.
Deinem müden Blick fehlt die Kraft sein
Ziel zu erreichen.
Vergessen, wie ein verfallendes Gebäude,
unpassend und abweisend wirkst du in der grellen
Glitzerwelt.
Mantel und Hut sind bedeckt von der zu Staub
zerfallenen Zeit.
Nicht lange mehr und deine weiche Hand
streicht nicht mehr über meinen Kopf.
Nebellauf
Fast scheint es, als ob die bleichen Schwaden
alle Farben abgewaschen hätten.
Nur die Birkenstämme schimmern undeutlich
und matt.
Das rotbraune Laub verbirgt sich in schützenden
Gräben.
Verloren strebt am Horizont ein einzelner Spaziergänger
seinem fernen Ziel zu.
Das verwitterte Wegkreuz blickt uns beiden kalt
und teilnahmslos nach.
Zwischen den Feldern markieren verlassene Wachtürme
die Grenze eines vergangenen Reichs.
Gedanken zur
Unendlichkeit
Die Vergänglichkeit ist das entscheidende
Wesensmerkmal unseres menschlichen Seins.
Allein die Endlichkeit des Lebens gibt allem,
was damit zusammenhängt einen Wert.
Gefühle, Empfindungen und Gedanken haben
nur deshalb Bedeutung, weil sie zeitbehaftet
sind.
Das Wissen um den Tod gibt ihnen Glanz.
Die Ewigkeit zerbläst sie zu Staub.
Mensch und Unendlichkeit schließen sich
aus.
Um die Ewigkeit zu ertragen muss man Gott sein.
Sonnenblumenfeld
im Spätherbst
Eine Armee schwarzer Krieger.
Traurig senken sie die Köpfe.
Der Kampf ist verloren, das Leben aus ihnen
gewichen.
Als dürre Greise trotzen sie der harten
Winterluft.
Sonnentag im
November
In helles Quarz gegossen ist die Welt,
Lichtkaskaden stürzen sich in finsteres
Geäst.
Ruhend, kaum atmend liegt die Landschaft da.
Die nasse Erde saugt den sich ergießenden
Sonnenhonig in sich auf.
Die sämige Luft umfängt mich wie ein
schwebender Mantel.
Seltsam zufrieden bin ich Teil dieses langsamen
Zerfließens.
Spätherbst
Wo sind sie hin, die prallen Sommertage, in
denen das Leben sich selbst genügte ?
Nur blass schimmert noch die Erinnerung an die
helle Übereinstimmung der Welt mit sich
selbst.
Die Sinne sind stumpf geworden, die Empfindungen
ziehen sich in die Innenwelt zurück.
Wie fremd gehen wir durch dunkle Straßen.
Noch vor wenigen Wochen schien uns das Leben
in seinem warmen Strom voran zu tragen.
Jetzt steht sich jeder selbst gegenüber
und starrt der bleichen Vergänglichkeit
ins Gesicht.
Nur die Ahnung von einem kommenden Frühling
und die Hingabe an das verwundbare Leben, hilft
uns hoffen.
Manche Tage
An manchen Tagen scheint hinter allem ein
Sinn zu stecken.
Das Leben gleitet wie ein langsamer Fluss dahin.
Es ist leicht, sich von dem sanften Strom des
Lebens mitziehen zu lassen.
Ankämpfen gegen die Strömung scheint
nur Schmerz und Kummer zu bereiten
An anderen Tagen ist die Welt wie mit einer
Glaswand verstellt.
Du kannst sie sehen, stehst direkt vor ihr und
schaffst es dennoch nicht in sie einzutauchen.
Der Mut des Loslassens ist der Furcht vor der
finsteren Vergänglichkeit gewichen.
Wer sind wir ?
Was bleibt übrig, wenn wir unsere Masken
ablegen und aus unseren Rollen schlüpfen
?
Die Angst davor, dann in ein dunkles Nichts
starren zu müssen, zu dem sich alles hin
bewegt, ist der grausame Fluch des Menschen.
Niemand kann dem entgehen.
Nur das Hoffen auf einen Ozean, in den alle
Lebensströme münden, ermöglicht
es uns zu sein.
Ohne diese Hoffnung zerstören wir unsere
Würde und verkommen zu glattem, gläsernem
Gestein, das in der einsamen Kälte des
Weltalls seine Bahn zieht um nach einem Augenblick
des Aufscheinens für immer in der lichtlosen
Tiefe des Raums zu verschwinden.
G. G. spielt
Bach
Ein Hauch aus jenseitigen Sphären
Aufscheinen eines höheren Zusammenhangs
Der Zeit entgleitet ihre Berechtigung
Der Schmutz der Welt perlt an den gläsernen
Tönen ab und verwandelt sich in kristallines
Leben.
Nebelnacht
Die Straßenlaternen gießen ihr
milchiges Licht ins Dunkel.
Die vorbeifahrenden Autos greifen mit langen
dünnen Fingern nach mir.
Die Häuser scheinen sich in der zähen
Luft aufzulösen.
Wie gelingt es mir zu atmen ?
Schwarz und unheilvoll schläft der Fluss
in seiner Kuhle.
Das Leben hat sich in versteckte Höhlen
zurückgezogen aus denen helle Wärme
matt nach außen rinnt.
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