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Udo Kaube
Hauptstraße 3
93186 Pettendorf

E-Mail: novalis63@web.de
Tel.: 09409 / 861418 oder 0941/69856-103

 

 



Was mir wichtig ist:

Alle Empfindungen, Gefühle und Gedanken des Menschen sind für mich wie
ein Aufleuchten des menschliche Geistes in der Unendlichkeit des Seins.
Nur dadurch, dass wir in uns hineinlauschen und versuchen, diese in Literatur zu verwandeln und sie dadurch in verdichteter Form festzuhalten, besteht die Möglichkeit sie dem Strom der Vergänglichkeit zu entreißen.

Das Schreiben bringt ein gewisses Maß an Klarheit in viele, ansonsten in uns nur irrlichternde Ahnungen.

Zusammen mit der Musik, ist Literatur eine der wenigen Möglichkeiten die immaterielle Welt für uns Menschen erfahrbar zu machen.

 

Alte Frau

Der Gang so zögerlich als hättest du Angst
in den Boden unter dir einzubrechen.
Deinem müden Blick fehlt die Kraft sein Ziel zu erreichen.
Vergessen, wie ein verfallendes Gebäude,
unpassend und abweisend wirkst du in der grellen Glitzerwelt.
Mantel und Hut sind bedeckt von der zu Staub zerfallenen Zeit.

Nicht lange mehr und deine weiche Hand
streicht nicht mehr über meinen Kopf.


Nebellauf

Fast scheint es, als ob die bleichen Schwaden alle Farben abgewaschen hätten.
Nur die Birkenstämme schimmern undeutlich und matt.
Das rotbraune Laub verbirgt sich in schützenden Gräben.
Verloren strebt am Horizont ein einzelner Spaziergänger seinem fernen Ziel zu.
Das verwitterte Wegkreuz blickt uns beiden kalt und teilnahmslos nach.
Zwischen den Feldern markieren verlassene Wachtürme die Grenze eines vergangenen Reichs.


Gedanken zur Unendlichkeit

Die Vergänglichkeit ist das entscheidende Wesensmerkmal unseres menschlichen Seins.
Allein die Endlichkeit des Lebens gibt allem, was damit zusammenhängt einen Wert.
Gefühle, Empfindungen und Gedanken haben nur deshalb Bedeutung, weil sie zeitbehaftet sind.
Das Wissen um den Tod gibt ihnen Glanz.
Die Ewigkeit zerbläst sie zu Staub.
Mensch und Unendlichkeit schließen sich aus.
Um die Ewigkeit zu ertragen muss man Gott sein.


Sonnenblumenfeld im Spätherbst

Eine Armee schwarzer Krieger.
Traurig senken sie die Köpfe.
Der Kampf ist verloren, das Leben aus ihnen gewichen.

Als dürre Greise trotzen sie der harten Winterluft.

 

Sonnentag im November

In helles Quarz gegossen ist die Welt,
Lichtkaskaden stürzen sich in finsteres Geäst.

Ruhend, kaum atmend liegt die Landschaft da.
Die nasse Erde saugt den sich ergießenden Sonnenhonig in sich auf.
Die sämige Luft umfängt mich wie ein schwebender Mantel.

Seltsam zufrieden bin ich Teil dieses langsamen Zerfließens.


Spätherbst

Wo sind sie hin, die prallen Sommertage, in denen das Leben sich selbst genügte ?
Nur blass schimmert noch die Erinnerung an die helle Übereinstimmung der Welt mit sich selbst.

Die Sinne sind stumpf geworden, die Empfindungen ziehen sich in die Innenwelt zurück.
Wie fremd gehen wir durch dunkle Straßen.

Noch vor wenigen Wochen schien uns das Leben in seinem warmen Strom voran zu tragen.
Jetzt steht sich jeder selbst gegenüber und starrt der bleichen Vergänglichkeit ins Gesicht.

Nur die Ahnung von einem kommenden Frühling
und die Hingabe an das verwundbare Leben, hilft uns hoffen.


Manche Tage

An manchen Tagen scheint hinter allem ein Sinn zu stecken.
Das Leben gleitet wie ein langsamer Fluss dahin.
Es ist leicht, sich von dem sanften Strom des Lebens mitziehen zu lassen.
Ankämpfen gegen die Strömung scheint nur Schmerz und Kummer zu bereiten

An anderen Tagen ist die Welt wie mit einer Glaswand verstellt.
Du kannst sie sehen, stehst direkt vor ihr und schaffst es dennoch nicht in sie einzutauchen.
Der Mut des Loslassens ist der Furcht vor der finsteren Vergänglichkeit gewichen.

Wer sind wir ?
Was bleibt übrig, wenn wir unsere Masken ablegen und aus unseren Rollen schlüpfen ?

Die Angst davor, dann in ein dunkles Nichts starren zu müssen, zu dem sich alles hin bewegt, ist der grausame Fluch des Menschen.
Niemand kann dem entgehen.

Nur das Hoffen auf einen Ozean, in den alle Lebensströme münden, ermöglicht es uns zu sein.

Ohne diese Hoffnung zerstören wir unsere Würde und verkommen zu glattem, gläsernem Gestein, das in der einsamen Kälte des Weltalls seine Bahn zieht um nach einem Augenblick des Aufscheinens für immer in der lichtlosen Tiefe des Raums zu verschwinden.

 

G. G. spielt Bach

Ein Hauch aus jenseitigen Sphären
Aufscheinen eines höheren Zusammenhangs
Der Zeit entgleitet ihre Berechtigung

Der Schmutz der Welt perlt an den gläsernen
Tönen ab und verwandelt sich in kristallines Leben.


Nebelnacht

Die Straßenlaternen gießen ihr milchiges Licht ins Dunkel.
Die vorbeifahrenden Autos greifen mit langen dünnen Fingern nach mir.
Die Häuser scheinen sich in der zähen Luft aufzulösen.

Wie gelingt es mir zu atmen ?

Schwarz und unheilvoll schläft der Fluss in seiner Kuhle.
Das Leben hat sich in versteckte Höhlen zurückgezogen aus denen helle Wärme matt nach außen rinnt.


 



 

 


 

 

 



 

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